Öädöpfl

= fränkisch (fränggisch) für Erdäpfel, Kartoffeln

Also, die Geschichte geht so:

Es waren einmal vier Litzendorfer Familien – eine bunte Mischung aus Einheimischen und Beigepackten, Idealisten, Träumern, Schaffern, Zupackern, Agrarwissenschaftlern, Jägern, Gärtnern, Imkern, Bankern (Bänggeän), Großgrundbesitzern, Onlinern, Fernwärmern, medizinischem Fachpersonal, Verwaltungsangestellten, Hausfrauen, Kindern, dazu noch Schafe, Hasen, Bienen und Hühner. Die hatten alle Freude an Bewegung an der frischen Luft und an gutem regionalen Essen, bei dem sie wussten, wo es her kommt – und außerdem Lust auf ein richtiges gutes Projekt.

Der Großgrundbesitzer hat das Land – noch aus Vaters Hand – und außerdem einen prima alten Schlepper (Deutz D30, 1700 ccm, 28 PS, luftgekühlt, Baujahr 1961). Ein zweiter Schlepper ist auch vorhanden (Fendt Farmer Fix 2, 1400 ccm, 19 PS, luftgekühlt, Baujahr 1961). Ein dritter im Bunde hat ‚Bauer’ studiert und nennt eine Schaf- und Geflügelherde sein eigen. Das sind wichtige Mitarbeiter, weil: Mistproduzenten. Schließlich wollen wir ‚möglichst naturnah’. Wieder andere wollten schon immer Bauer sein – wenigstens im Kleinen. Und der Rest packt einfach mit an oder bringt wenigstens das Vesper raus aufn Aggä (gell, Nachbara und Melze), denn zusammen macht’s mehr Spaß!

Projektstart war im Oktober 2014. Mehrere Fudern Mist wurden vom Stall am einen Ortsrand mit den Schleppern raus auf den Acker am anderen Ortsrand geschafft und verteilt. Dann folgte die Phase ‚Phantom-Rudi’. Rudi ist der ‚Externe’ mit dem Pflug, den wir leider nicht haben. Es dauerte fünf Monate, bis er den Mist unterackerte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Davor, dazwischen und auch künftig gab es und wird es noch diverse Zusammenkünfte (Ärwedsbeschbrechunge) mit dem einen oder anderen ‚U’ (Ungespundetes) geben.

Es wurde eine alte Rau-Kombi angeschafft, also eine Kartoffellegmaschine für hintern Schlepper. Beim Öädöpflleechmaschinzammbauevent schafften wir es auf Anhieb, das Puzzle richtig zusammenzusetzen, wie der Probelauf ergab.

Am 18. April 2015 ging es dann los. Die leicht angekeimten Kartoffeln wurden in den frisch und fein gekrümelten Boden gelegt.

Drei Sorten: ‚Quarta’ (prima Allround-Potacken), ‚Birgit’ (rotschalig, basisch) und unsere regionale alte Sorte ‚Bamberger Hörnla’, außerdem Zwiebeln, Krautköpfe, Möhren.

Mol guggä, wos dena noch olls oifälld … jedenfalls wurden Angehörige der älteren Generation schon mit beifälligem Kopfwackeln gesehen – das ist in Franken schon wie ein dickes Lob (bassd scho).

Auf dem eigens gegründeten ‚Öädöpfl-Leifdiggä’ via WhatsApp wird eifrig geblaudert, rescherschiert und jede Menge Schbässla gmachd – und zwar in tiefstem Fränggisch. Neueste Idee ist, im nächsten Sommer draußen auf dem Acker auch noch Ferkel großzuziehen. Seither heißt das Ganze ‚Öädöpfl & Sai Leifdiggä’. Zwischenzeitlich hatten die Jungs diverse Flausen im Kopf, wie z. B. wer das Gogo-Görl macht. Haben wir ihnen schnell wieder ausgetrieben …

Wir halten Euch auf dem Laufenden über eventuell noch folgende Hackevents, Anhäufelaktionen, Kartoffelkäferabsammelparties, und was da noch kommen mag bis zur Ernte (und zum Erntefest).

Ein wenig ist das Ganze auch ein Gegenentwurf zum ortsansässigen Monster-Landwirt, Besitzer zweier großer Methangas-Anlagen mit all ihren Begleiterscheinungen, Glyphosat-Verpester, Land-An-Sich-Reißer-Für-Seine-Mais-Monokulturen.
Mehr Infos darüber findet Ihr hier

Das ererbte Land (unsä Aggä) wurde nämlich frisch seiner Pacht entrissen, und das kriegt der auch NICHT wieder, gell Madse!

 Beitragsbild: Madse ©

Misdn & Zammbaun
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Hege & Pflege

©U

 

 

 

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