Island

Das Land aus Feuer und Eis – einmalig!!!
Deswegen war ich schon zweimal dort.
Die größte Vulkaninsel der Erde – am nördlichen Polarkreis gelegen.
Ein absolutes Muss für Nordlandfans und Outdoorfreaks!
Reger Vulkanismus und daneben und darauf riesige Gletscher – mit dem Vatnajökull übrigens der größte Gletscher Europas.
Ein Paradies für Wanderer, Reiter, Ornithologen und Fotografen, und alle, für die Naturerleben nicht bloß ein Wort ist.

Die meiner Meinung nach schönste und erlebnisintensivste Fortbewegungsart dort ist das Wandern – und zwar autark, mit allem auf dem Buckel, was man braucht. Das ist nicht wirklich viel, wie geübte Outdoorer wissen. Das Wichtigste ist Wetterschutz. Wenngleich ich auf Island schon Tage wie an der Côte Azur erlebte. Die dauern aber meistens nur zwei Stunden oder so.
Überhaupt – das Wetter – ein beliebtes Thema im Zusammenhang mit Island. Angeblich die Wetterküche Europas (‚Islandtiefs‘). Sehr wechselhaft auf jeden Fall. In Island gibt es einen coolen Spruch: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte eine halbe Stunde.“
Zeigt ein wenig die pragmatische Einstellung, die die Isländer zum Wetter haben. Kein Isländer käme jemals auf die Idee, wegen schlechten Wetters nicht vor die Türe zu gehen!

Ein Völkchen übrigens, welches mir aus vielen Gründen ausgesprochen sympathisch ist. Aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal mehr. Wie z. B.  Ragnhildur und ihr Mann, der Bauer Theodúr,  mich pudelnasse Wanderin ganz selbstverständlich in ihr Haus einluden. Ich wollte nur in deren Scheune – zum Trocknen von Frau und Zelt. Dann sollte ich aber doch bitte den ganzen Tag bleiben, bekam den Trainingsanzug des Sohnes verpasst, wurde bekocht und dann, während meine Ausrüstung am Ofen trocknete, einfach drei Stunden im Haus allein gelassen, weil alle zur Chorprobe in die Kirche mussten. Welch vertrauensvolle Haltung! Ein zwischenmenschliches Erlebnis, welches ich nie vergessen werde!
Davor war ich irgendwo am Rande von Theodúrs Riesenlandwirtschaft abgesoffen im isländischen Dauerregen. Deswegen weiß ich auch über Wetterschutz Bescheid. Und glaubt mal nicht, ich sei nicht rundum vergoretext und gefleect gewesen, vom High-End-Zelt mal abgesehen. Bin schließlich kein Draußentürs-Greenhorn! Isländisches Wetter ist echt nicht zu unterschätzen ;-). Auch Karten- und Kompassorientierung sollte man vorher schon mal geübt haben. So nahe am Polarkreis hat der Kompass nämlich eine Missweisung.

Ich glaube, die grenznahesten Erlebnisse meiner Outdoorkarriere hatte ich dort. Während einer frühsommerlichen Wanderung von Hütte zu Hütte (nicht bewirtschaftet wie in den Alpen mit Jausenbrett und so), als die Flüsse wegen der Schmelze noch ordentlich angeschwollen waren, lernte ich, wie wichtig es ist, das Furten überlegt und ohne allzu große Risikofreude anzugehen. Ein Wasserstand bis knapp unters Knie ist gerade noch machbar, alles darüber reißt einen um. Alles gut gegangen.
Nach einem Tag in Regen und dann Sandsturm freuten wir uns riesig auf die nächste Hütte und aufs Aufwärmen. Dafür mussten wir dann alles anziehen, was der Rucksack hergab und literweise Tee einflößen. Zum Glück waren genug volle Brennstoffkartuschen aufm Buckel. Denn die Gasflaschen zum Heizen und Kochen für die Saison waren von der Bergwacht zwar bis nahe an die Hütte gebracht worden, standen jedoch noch auf der anderen Seite des reißenden und noch unpassierbaren Flusses.

Auf Island muss man mit dergleichen rechnen, ist nicht ständig rundum gepampert – und genau das reduziert einen mal wieder aufs Essentielle: trocken, warm, trinken, essen. Das macht dankbar. Noch Wochen danach drehte ich zu Hause fast ehrfürchtig den Heißwasserhahn auf und genoss den Duschkomfort, oder freute mich über die Herdplatte, die flugs mein Essen kochte. Allerdings schmeckte mir dann daheim das Flaschen- oder Leitungswasser nicht mehr. Auf Island ist das Wasser in vielen Flüssen ungefiltert trinkbar, da die meisten der bei uns üblichen Gewässerbelastungen fehlen, und es schmeckt köstlich. Wenn nicht gerade die Gletschermilch daherkommt. Aber das sieht man ja.
Wer dann Pause von der Reduktion machen will, kann sich ins urbane Leben von Reykjavík stürzen.

Ach ja – wer einmal in einer der unzähligen heißen Quellen dort gebadet hat, am besten nachts um eins im Juni bei Mitternachtssonne, umgeben von einer Natur, die einen ganz still macht, der weiß wirklich, was tiefstes Wohlbehagen ist, der wird nie mehr ‚Wellness‘ in der Saunalandschaft von Bad Staffelstein wollen …

Ich kann gar nicht aufhören zu erzählen …
Ein geschichtliches und geologisches must-see ist Þingvellir, die historische Tagungsstätte eines der ältesten Parlamente der Welt (930 bis 1798, dann kamen die Dänen), UNESCO-Weltkulturerbe und Nationalpark. Sie befindet sich auf einer Grabenbruchzone. Man kann dort tatsächlich mit einem Bein auf der eurasischen und mit dem anderen Bein auf der amerikanischen Kontinentalplatte stehen. Wenn man lange genug stehen bleibt … die Platten driften pro Jahr etwa 1 cm auseinander… ein majestätischer Ort!
Sehr beeindruckend sind natürlich auch die Westfjorde und die heißen Springquellen. Der ‚Große Geysir‘ auf Island war übrigens namensgebend für alle anderen Geysire auf der Welt.

©U

Fortsetzung folgt …

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