USA

Also, beschreiben möchte ich meine Aufenthalte in folgenden Regionen:

Neuengland
Mittlerer Westen/Nationalparks
Colorado & Rocky Mountains
sowie bei meiner Familie in New Jersey und Wisconsin

Da dies ein lebendiges Projekt ist – immer schön eins nach dem anderen – fange ich mal chronologisch an …

1984 – mit gerade mal jungen 18 Jahren – beschloss ich, mich auf den Weg zum ‚Big Apple‘  zu machen um endlich einmal den amerikanischen Teil meiner Familie kennen zu lernen. Drei Geschwister meines Vaters waren in den 1950er Jahren in die Staaten ausgewandert. Bis dato bestand der Kontakt im Schreiben von Weihnachts- und Geburtstagskarten. Telefoniert hatten wir in den 1970ern und 80ern noch nicht – das war damals noch schrecklich teuer. Und auch solche weiten Reisen wurden in meiner Kindheit nicht unternommen. Da wurde erstmal das Haus abbezahlt.
Meinen Eltern erschraken etwas darüber, dass das Kind alleine so weit weg fliegen wollte. Aber ich ließ mich natürlich nicht aufhalten! Voller Neugier und Fernweh, wie ich eben war.

Persönlich war das eine große Bereicherung! Ich war völlig begeistert von meinen vielen Cousins und Cousinen, mit denen ich in den folgenden Jahren viele spannende Dinge innerhalb der Staaten unternahm. Wir verstanden uns toll, und ein wenig war das für mich auch Familienersatz. Unsere Familie war ja leider geschrumpft durch den Tod meines Bruders.
Ich werde nie vergessen, wie ich am New Yorker Flughafen von meinem noch unbekannten Cousin John und seiner Schwester Cindy abgeholt wurde. Wir kannten uns nur von Fotos. Beide konnten kein Deutsch und ich sprach nur mein etwas kantiges Schul-Englisch.
Das Willkommen daheim war sehr berührend. Tante Chris schloss mich in die Arme wie ein lange vermisstes Kind – und dann war ich also mittendrin in diesem quirligen Familienverbund.
Cousin Jimmy hatte riesige knallgelbe Buchstaben ausgeschnitten und quer über die Hausfront geschrieben: „Wie geht’s, Ulli?“ Man hatte ihm gesagt, das sei eine lockere deutsche Begrüßung, und er wollte mich auf deutsch willkommen heißen.
Zuerst kurierte ich meinen Jetlag aus. Am folgenden Morgen weckte mich der Duft von frisch gebackenen Blueberry-Muffins, die fortan zu einer meiner Leibspeisen wurden.
Ich tauchte voll ein in den ‚American Way of Life‘. Als Teenager war das für mich sehr sehr spannend – klar! Während des ersten Heimfluges heulte ich die ganze Zeit – sieben Stunden lang – weil ich nicht in mein langweiliges reaktionäres Heimatdorf zurück wollte. Heutzutage stehe ich den USA und dem dortigen Lebensstil recht ambivalent gegenüber. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Von 1984 an verbrachte ich dann jährlich meine gesamten Ferien ‚drüben‘ – für etwa zehn Jahre und auch später in Abständen noch mehrmals . In wechselnder Begleitung. Mal mit einer Freundin, mal mit meinem Boyfriend, mit Mama, mit deutscher Tante, mit deutschem Cousin. Mein 1984-Trip war sozusagen die Anstoßveranstaltung zu einer Familienzusammenführung. Ich wurde Brautjungfer bei amerikanischen Hochzeiten. Kitsch as Kitsch can – aber schön war’s. Lieblingscousin Jimmy wurde Trauzeuge bei meiner eigenen Hochzeit. Einmal erlebte ich auch ein amerikanisches Weihnachten (Kitsch as …). Was leider zur Folge hatte, dass wir (damals hatte ich Mama dabei) eine ganze Nacht auf JFK zubringen mussten – wegen Schneesturm.

Viele interessante Orte bereiste ich in diesen Jahren von meiner Homebase Nord-New Jersey aus: die Ostküste rauf und runter, bis zur kanadischen Grenze und den Niagara Falls, rüber nach Wisconsin, wo die andere Tante und mein Onkel lebten, Chicago, Boston, Philadelphia, Atlantik City, Virginia, Pennsylvania, Appalachian Trail, die Great Lakes, und immer wieder natürlich NY, das ja quasi vor der Haustür lag …

Fortsetzung folgt

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